Projekte für die Landschaft

Offenlandkonzept veröffentlicht


 

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Beweidung mit Ziegen

Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz verfügt über eine große Vielfalt von Naturräumen. 

Überwiegend, mit 15.300 ha sind ca. 51% der Fläche des Biosphärenreservats bewaldet, ca. 14.300 ha sind Offenlandflächen und davon sind ca. 8.000 ha Ackerland. 

Diese Lebensräume sind sehr unterschiedlich, aber gleichrangig, wenn um den Erhalt dieser Landschaften geht. 

In unseren Breiten würde sich der Wald fast überall ausbreiten, wenn man die Natur sich ohne menschlichen Einfluss entwickeln lassen würde. Die Offenlandlebensräume sind jedoch größtenteils durch menschliche Nutzung entstanden und bieten trotzdem sehr vielen, auch gefährdeten Arten, ein Refugium. 

Das Europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 berücksichtigt dies und sorgt dafür, dass diese Bereiche erfasst und erhalten werden. Der weitere Bestand des Offenlandes ist von einer nachhaltigen Nutzung und angepassten Pflege abhängig. 

In der vorliegenden Übersicht werden die Offenlandbiotope und Lebensraumtypen vorgestellt, die im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz vorzufinden sind. Der Fortbestand hängt von einer an die natürlichen Gegebenheiten angepassten und nachhaltigen Nutzung ab. Andere Offenlandlebensräume, die nicht unmittelbar durch die Nutzung des Menschen bestehen, wie z. B. Gewässer, Felsbildungen, aufgelassene Steinbrüche, Gebüsche und Hecken, bleiben an dieser Stelle unberücksichtigt. Es werden Gefahren für die Lebensräume aufgezeigt und spezifische Kriterien und Empfehlungen für eine extensive, die Artenvielfalt fördernde, Bewirtschaftung gegeben. Mit Hinweisen zum Ackerwildkrautschutz und zum ökologischen Landbau werden Möglichkeiten aufgezeigt, dem Rückgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft zu begegnen.

Diese Broschüre soll dazu beitragen landwirtschaftliche Nutzung und die natürliche Vielfalt in Einklang zu bringen. Falls Fragen zum Konzept bestehen, sind die Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung gern bereit ein persönliches Gespräch zu führen! 

Offenlandkonzept.pdf

pdf, 3,8M, 03/08/12, 538 downloads



Projekte der Landschaftspflege im Biosphärenreservat


Die Karstlandschaft im Südharz ist durch eine Vielfalt an Oberflächenformen geprägt. Diese sind einerseits durch die geologischen Verhältnisse natürlich entstanden, andererseits durch das aktive Einwirken des Menschen auf seine Umgebung. Viele der wertvollen Lebensraumtypen des Offenlandes, insbesondere die Trockenrasen- und Halbtrockenrasengesellschaften, aber auch die Streuobstwiesen mit ihrem Artenreichtum sind das Ergebnis jahrhundertelanger nachhaltiger Nutzung durch die Landwirtschaft. Beweidung und Mahd schufen für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten erst die Lebensgrundlagen.

Ein in den letzten Jahren zu verzeichnender Strukturwandel in der Landwirtschaft führte auf vielen Flächen zu eingeschränkter Bewirtschaftung, die Streuobstnutzung kam nahezu zum Erliegen. Es besteht nun die Gefahr, dass diese wertvolle Kulturlandschaft zunächst durch Verbuschung und schließlich durch Bewaldung verloren geht. Deshalb ist es wichtig, die Erhaltung der Landschaft durch nachhaltige Nutzung, insbesondere durch extensive Beweidung und Mahd zu fördern.

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Schafe im Karst

In der Vergangenheit wurden verschiedene Projekte initiiert, um diese Landschaften in ihrem charakteristischen Erscheinungsbild zu erhalten. So bindet das durch die Landschaftspflegeverbände Sachsen-Anhalts getragene Modellprojekt „Landschaftspflege mit Schafen“ in unserem Gebiet zwei Schäfereibetriebe, die etwa 200 Hektar Fläche bewirtschaften. Auch Rinder können die Landschaftspflege übernehmen, wie das „Harzer Rote Höhenvieh", eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse.

Zahlreiche kleine Flächen können dagegen nur durch aufwändige Handarbeit erhalten werden, so Feucht- und Streuobstwiesen, Trocken- und Halbtrockenrasen und Heideflächen. Darum ist die Kompetenz unserer qualifizierten Natur- und Landschaftspfleger zur Instandsetzung dieser wertvollen Flächen gefragt. Wünschenswert wäre natürlich eine regelmäßige Nutzung im Anschluss an die Erstinstandsetzung.

Ein besonderes Projekt widmet sich der Erhaltung des Harzgartens in Stolberg. Gemeinsam mit der Stadt Stolberg und Mitarbeitern der „Villa Noah“ wurde das in den Jahren 1932/33 angelegte „botanische Heimatmuseum“ sorgfältiger Pflege unterzogen. Heute kann der Besucher auf einer Fläche von fünf Hektar typische Pflanzen des Harzes auf zwei Rundwegen kennen lernen und sich an Schautafeln informieren.

Ganzjahresbeweidung im Südharz

Flyer Landschaftspflegeverband Harz e. V..pdf

pdf, 2,6M, 09/19/12, 304 downloads