Der Natura2000-GPS-Erlebnispfad auf den Questenberg

Uhufelsen.jpg

 

Wer diesen Pfad entlang geht kann Dinge in der Natur entdecken, die vielleicht sonst nicht aufgefallen wären. Der Weg hält kleinen Aufgaben parat, die anregen, sich mit der Umgebung zu beschäftigen. Das geht vorallem dann gut, wenn die Hände frei sind, damit einige Sachen „begriffen“ werden können. 

Gelegentlich werden Zusatzinformationen gegeben, diese Texte sind farblich gekennzeichnet. 
 
Die Anreise erfolgt per Rad oder mit dem Auto. Der Wanderparkplatz an der Verbindungsstraße (L234) zwischen Rossla und Agnesdorf bildet den Ausgangspunkt. 
 
Zur Erinnerung: Die Strecke führt durch ein Naturschutzgebiet, daher sind unbedingt die Wege zu nutzen! 
 
verfügbare Geodaten
 

Es wird empfohlen, die Koordinaten der Stationen in das GPS-Gerät zu übertragen. Die Strecke verläuft im Uhrzeigersinn.

Der angegebene Link startet den Download einer Datei mit weiteren Details, die zum Finden des Geocaches benötigt werden.

GC34MAR.xml

xml, 6,9K, 02/14/12, 1175 downloads

  Los geht’s!


Station 1 | Verbuschte Streuobstwiese

Die Strecke beginnt direkt an einer Streuobstwiese mit vielen Kirschbäumen.

Eine selbst gepflückte Kirsche ist ein kleines aber für viele Menschen heute seltes Erlebnis? Wie ist der Geschmack?

Die Blütenpracht der Bäume im Frühjahr ist eindrucksvoll Leider verbuschen viele Streuobstwiesen, wenn niemand die Pflege und Nutzung übernimmt.

Streuobstwiesen sind Flächen mit Obstbäumen, die verstreut in der Landschaft liegen. Durch das schwierige Relief im Südharz wurde in der DDR-Zeit keine großflächige Flurbereinigung vorgenommen, weshalb die Kleinteilung erhalten blieb.

Station 2 | Fremde Bäume

Hier fängt ein Wald an, doch eine Baumart hier nicht standorttypisch. Aber sie ist erkennbar, sie verrät auf der rechten Wegseite sogar ihren Anfangsbuchstaben!

Welche Baumart ist hier eigentlich nicht heimisch?

[ _ ] Kiefer (A=1), [ _ ] Linde (A=5), [ _ ] Tanne (A=8)

Wie fühlt sich die Rinde an! Was ist anders als bei einer Eiche?

Nicht heimische Baumarten wurden meist zu forstwirtschaftlichen Zwecken angepflanzt. Sie spiegeln nicht die natürliche Vegetation des Gebietes wieder, sind jedoch anspruchslos und wachsen schnell.

Station 3 | Hör doch mal!

Am linken Wegrand ist eine Konstruktion zu finden.

Was wurde hier aus Holz gebaut?

[ _ ] Hochsitz (B=3), [ _ ] Bank (B=4), [ _ ] Geländer (B=5)

Es ist eine gute Stelle, den Hörsinn zu testen. Wenn man sich selbst ruhig im Wald verhält, hört man viele unterschiedliche Dinge. 

Welche unterschiedlichen Geräusche sind zu hören? Mit geschlossenen Augen sollte  wenigstens eine Minute aufmerksam der Natur gelauscht werden. 

Die Anzahl der verschiedenen Geräusche kannst du hier [ ___ ] eintragen.

Welche Geräusche waren zu hören? Welche waren angenehmer als andere? 

[ _________________________________ ]

Station 4 | Ausblick ins Auslaugungstal

Eine schönen Aussicht bietet für eine kurze Rast an.

Ins Tal blickend entdeckt man Vieles. Was ist zu sehen?

Die vielfältige Kulturlandschaft ist geprägt von Streuobstwiesen, Wäldern, Schafweiden, Dörfern und dem Relief. 

Vor dem Betrachter liegt das große „Auslaugungstal“.

Wasser löst den Gips im Untergrund und die Landschaft verändert sich – im großen und im kleinen Maßstab. Diese Veränderungen machen den Südharz so besonders.

500 mm Niederschlag im Jahr lösen das leicht verwitterungsanfällige Gestein Gips und bewirken Veränderungen, die innerhalb eines Menschenlebens beobachtbar sind. Das ist nur bei wenigen geologischen Phänomenen so.

Station 5 | Die Mahd am Karstphänomen

Auf dem Weg zu Station 5 sind links und rechts eine Flachland-Mähwiesen zu sehen. Dieser Lebensraum wurde durch eine Kombination aus Mahd und Weide geschaffen und ist selten!

Mit etwas Glück steht man an dieser Stelle auch mal in einer Schafherde.

Pflege ist notwendig, damit diese Wiesen nicht mit Sträuchern und Bäumen zuwachsen. Schafe übernehmen die Aufgabe der Landschaftspflege, ohne die die offenen Flächen sehr schnell verschwinden würden, und mit ihnen auch der Lebensraum für viele seltene Arten. Hier tritt übrigens ein Anzeichen der Gipslösung zu tage.

Welches Gipsphänomen gibt es ganz in der Nähe zu sehen?

[ _ ] Gipsbuckel guckt aus dem Boden (C=9), [ _ ] Erdfall, entstanden durch Lösung im Untergrund (C=4)

Die Wiesen sind gut mit Nährstoffen versorgt, artenreich und wären eigentlich Standorte für Gehölze. Die beste Pflege für „Mageren Flachland Mähwiesen ist eine Mahd und ein Weidegang im Jahr. Hier wachsen Glatthafer und Hornklee. Verschiedene Mausarten und Insekten fühlen sich hier wohl. Deshalb jagen Vögel und Fledermäuse hier.

Auf dem Weg zu Station 6 Weg ist in einem großen Linksbogen eine Streuobstwiese mit Pflaumenbäumen zu umlaufen. Hier befindet sich auch Halbtrockenrasen! Auch dieser seltene Lebensraum wird durch Weide gepflegt und beherbergt seltene Orchideen. Es folgt ein geschotterter Weg gesäumt von Pflaumen- und Apfelbäumen.

Station 6 | Worauf stehen die Pflanzen?

Den Abzweig nicht verpassen!

Von Station 6 geht ein schmaler Pfad in Richtung Wald. Worauf wachsen die Pflanzen?

Für Mutige!

Wer sich es zutraut geht den weiteren Weg barfuß! Dadurch lernt man den Boden kennen und kann sich auf die Unterschiede konzentrieren: warm/kalt, nass/trocken, weich/hart. Los geht’s!

Wie fühlt sich das an? [ _ ] gut oder [ _ ] besser nicht

Bei einem Barfußgang merkt man ausgezeichnet, wie unterschiedlich der Boden beschaffen ist und an welchen Stellen unterschiedliche Bedingungen für das Wachstum der Pflanzen herrschen. Barfuß laufen ist sehr gesund, Menschen sind viele Tausend Jahre ausschließlich auf ihren Sohlen gelaufen.

Station 7 | Willkommen im Hallenwald

Ein typischer Wald für die Region. 

Welche Baumart lässt hier durch ihr dichtes Kronendach nur wenig Licht zu Boden?

[ _ ] Birke (D=6), [ _ ] Rotbuche (D=5), [ _ ] Kiefer (D=4)

Durch das dichte Kronendach werden andere Baumarten und Sträucher am Wachsen gehindert. Es entsteht ein Hallenwald, an dessen Boden oft Labkraut wächst. Er sieht ganz anders aus als an Station 3 beim Geräusche-Hören. 

Hier fühlen sich Tiere wie Rothirsch, Dachs, Wildschwein, Rotfuchs, Feldhase und viele andere wohl.

Wer sich leise verhält, kann durchaus ein Tier entdecken!

Als diese Breiten vor langer Zeit komplett bewaldet waren, sah der überwiegende Teil der Wälder aus wie dieser hier. Die Pflanze Waldmeister ist ebenfalls ein Labkraut, das in solchen Wäldern wächst und früher zur Getränkeherstellung genutzt wurde. Es ist jedoch etwas giftig. Nur wer sich gut auskennt, kann wildwachsende (und nicht geschützte) Pflanzen für die Hausküche nutzen. 

Station 8 | Skurrile Natur

Hier im Wald ist auf der rechten Wegseite ein eindrucksvolles Eichen-Phänomen zu sehen. 

Welches Phänomen ist zu sehen?

[ _ ] in 5 m Höhe teilt sich eine Eiche in vier große Äste (E=1)

[ _ ] in 5 m Höhe macht ein Eichenstamm einen imposanten Knick zur Seite (E=4)

[ _ ] in 5 m Höhe sind zwei ursprünglich separate Eichen wieder zusammengewachsen (E=7)

Es geht weiter in ein enges Tal, wo es frischer wird! Die Pflanzen haben sich daran angepasst. Hier ist die Nutzung aufgrund des schwierigen Geländes eingeschränkt.

Es sind unterschiedlichen Totholzformen zu entdecken?

[ _ ] stehender Totholzstamm, [ _ ] liegender Totholzstamm, [ _ ] freier Wurzelteller

Station 9 | Totholzwächter

Bleib stehen und schau nach rechts in den Taleingang!

Dort steht ein prächtiger Totholzstamm mit eindrucksvollem Pilzbewuchs. Wie lange der wohl noch steht?

Wäre er dir auch von allein aufgefallen?

In Schlucht- und Hangmischwäldern wachsen Berg-Ahorn, Gewöhnliche Esche, Berg-Ulme und andere Edellaubhölzer. Hier bleibt Totholz häufig stehen und bietet Lebensraum für zahlreiche Pilze, Pflanzen und Tiere. Manche davon sind auf Totholz angewiesen. Hangrutschungen verformen die lebenden Baumstämme.

Station 10 | Bereit für den Aufstieg?

Das enge Tal ist nun durchquert. Jetzt besteht die Möglichkeit, die Biosphärenwirtin in Questenberg aufzusuchen. Die Sage über die Queste wird dort gern weitererzählt. Aber auch die Rast mit selbst eingepackter Verpflegung hat Charme und bereitet auf den teilweise steilen Aufstieg zur Queste vor. Die Verpackung der Verpflegung bitte wieder einstecken!

Vorsicht ist geboten, es kann rutschig sein!

Die Sage über die Queste wird im Ort gern weitererzählt. Bis heute wird die damit verbundene Tradition gepflegt. Das Gasthaus „Zur Queste“ bietet altertümliche Küche an, ist jedoch donnerstags geschlossen.

Station 11| Ab durch die Heide

Hier ist eine trockene europäische Heide mit dem typischen Heidekraut zu sehen.

Kann das eine Schafweide sein?

Diese ist notwendig um das Gebiet von Gehölzen und anderen einnehmenden Pflanzen zu befreien. Vor allem Birken kommen hier schnell hoch und verdrängen das seltene Heidekraut.

Sieht man es hier? [ _ ] ja, [ _ ] nein

Birken sind eine Pionierbaumart, die solche Standorte schnell besiedeln. Die Bäume müssen manchmal von Hand gefällt werden, damit das Heidekraut bestehen kann. Dieses wird in seinen verschiedenen Stadien bis zu 40 Jahre alt. Manchmal wird eine Heide auch abgebrannt.

Station 12 | Questenbergaussicht

Das ist im wahrsten Sinne der Höhepunkt der Tour, Willkommen auf dem Questenberg!

Von der Aussicht ist eine Menge zu entdecken.

[ _ ] Burgruine, [ _ ] Roland aus Holz unter der Linde im Dorf Questenberg, [ _ ] Dorfteich, [ _ ] Auslaugungstal (verläuft in Blickrichtung geradeaus).

Das Auslaugungstal wurde bereits vorgestellt, doch hier gibt es ein weiteres Tal. Dieses hat den Gipshöhenzug durchbrochen, auf welchem die Queste steht: Es ist das Durchbruchstal der Nasse. Es verläuft vom Standpunkt aus von links nach rechts.

Ist du das Durchbruchstal zu erkennen?

Auf der Gipfelspitze des Questenberges ist das Questensymbol errichtet. Es steht auf einem weißen Gestein, dem Gips.

Es liegen genug Gipsstück auf dem Berg, man kann ein kleines Stück aufheben.

Jetzt stellt man fest, wie leicht verformbar es ist. Ein kleinen Brocken kann als Andenken mitgenommen werden. 

Station 13 | Hier gibt’s auch Gips

Zurück im Hallenwald ist rechts am Wegrand bei Station 13 ein Gipsbuckel. Es gibt verschiedene Formen der Verwitterung.

Wie sieht der Gips hier aus im Vergleich zum Questenberg?

[ _ ] heller (F=2), [ _ ] dunkler (F=6), [ _ ] gleich (F=9)

Hier und dort wächst ein speziell angepasstes Gipskraut und deutet auf das Gestein. Der Gips durchzieht den gesamten Südharz und wird an manchen Stellen sogar noch abgebaut. Der aus Gips bestehende Questenberg sollte Anfang des 20. Jahrhunderts auch abgebaut werden, wurde aber durch das Engagement der Bürger bereits 1927 zu einem Naturschutzgebiet erklärt. 

Station 14 | Bis zum Horizont

Von hier hat man über ein paar Streuobstwiesen hinweg eine tolle Aussicht auf den Kyffhäuser und das 57 m hohe Barbarossadenkmal.

Ist es am Horizont zu sehen?

Es gibt nicht viele Stellen in diesem Natura2000-Gebiet, von dem aus man den Ausblick darauf genießen kann. 

Station 15 | Vom Himmel gefallen

Hier stehen Schwarzkiefern. Sie weisen besonders große Zapfen auf, die überall am Boden liegen.

Ist ein Zapfen zu finden?

Bei hoher Luftfeuchte sind die Zapfen verschlossen, während sich bei geringer Luftfeuchte die Schuppen öffnen und die Samen herausfallen können.

Wie sehen die großen Zapfen zur Zeit aus?

[ _ ] geöffnet, [ _ ] geschlossen

Ausprobieren: Zuhause öffnet sich der Zapfen auf der Heizung und schließt sich in einem Wasserbad. Die Schwarzkiefer ist ähnlich der Baumart an Station 2 nicht heimisch und wurde hier zu Forstzwecken angepflanzt.

Station 16 | Eine reife Kirsche

An der letzten Station ist rechts des Weges ein sehr große, sehr alter Kirschbaum zu entdecken.

Wo ist er? Welches Alter er wohl erreicht hat? [ ___ ] Jahre

Auch hier war mal ein Teil einer Streuobstwiese. Wie lange der Kirschbaum wohl noch steht? Die Landschaft verändert sich beständig, im Jahresrhythmus und im Laufe der Zeit.

Die Strecke kann sich schon im nächsten Jahr verändert haben. 

Es folgt eine liebevoll gepflegte Streuobstwiesenfläche, auf der es viel zu sehen gibt. Vielleicht auch der Geocache?

 

Wenn alle Fragen richtig beantwortet wurden, ergibt sich nun die Koordinate des Geocaches. 

Die Zahlen aus den Stationen 2, 3, 5, 7, 8 und 13 sind entsprechend den Buchstaben einzusetzen:

N 51° 29.ABC, E 011° 0D.EEF

Viel Erfolg beim Suchen!

 

 

Im Biosphärenreservat gibt es noch andere Caches. Ein weiterer Natura2000-GPS-Pfad führt zum Bauerngraben. 
 
Andere Caches sind über http://www.geocaching.com/ abrufbar.