Die Landschaft



Geologie


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Auerberg

Im Südharz sind Teile des im Erdzeitalter Paläozoikum entstandenen (des variskischen) Gebirges in der Südharzabdachung aufgeschlossen. Grauwacken, Tonschiefer und Diabase als Gesteinsarten beherrschen den geologischen Aufbau und gehören zum Grundgebirge. Zwei große Faltenzüge dominieren die Südharzabdachung, die Harzgeröder Faltenzone (aus dem Devon) und die Wippraer Zone (aus Ordovizium und Silur). Letztere bildet mit ungefähr 440 Millionen Jahren die älteste Gesteinsformation im Gebiet. Ehemals dünnflüssige Lava ist mit dem Auerbergporphyr aufgeschossen und als Relikt von aktivem Vulkanismus nachweisbar. Der Auerberg als Härtling stellt mit 579 Meter ü.NN die höchste Erhebung im sachsen-anhaltischen Südharz und im Biosphärenreservat dar.

 

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Steinbruch Pferdeköpfe

Die Südharzabdachung wird durch die Südharzstörungszone abgerissen. An dieser Störung erhob sich zu Ende der Kreidezeit vor 100 Millionen Jahren das ältere verfaltete Grundgebirge des Harzes mit der jüngeren Formation des Zechsteins. Auf dem sich hebenden Harz wurde der weichere Zechstein abgetragen, und an der Südharzstörung wurde die Formation vom Harz abgerissen. Mit 10 bis 15° Neigung (abfallend) kennzeichnen die Formationen des Zech- und Buntsandsteins die heutige Geländemorphologie im Südharzvorland.





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Dinsterbachschwinde

Das von Norden aus Richtung Harz nach Süden einströmende Oberflächen- und Grundwasser laugte am Südharzrand den Zechstein an. Dieser Prozess, der zu Höhlen- und Schlottenbildungen, zu Dolinen und Erdfällen, zu Trocken- und Durchbruchstälern, zu Bachschwinden und Karstquellen führte, dauert noch an und ist weiterhin hoch dynamisch.Die weißen Laugkanten des Zechsteins heben sich deutlich vom überdeckenden rotbraunen Buntsandstein ab. Der Zechstein, meist Salze oder Kalke, wurde vor 258 Millionen Jahren in einem flachen Meer abgelagert, das mehrfach verdunstete und mit neuem Meerwasser versorgt wurde. In nur 10 Millionen Jahren wurden so die mächtigen Zechsteinlagerstätten von 100 bis 300 Meter Stärke gebildet. An der Basis der Zechsteinsalze befindet sich der aus metallhaltigem Faulschlamm entstandene Kupferschiefer, der viele Jahrhunderte große wirtschaftliche Bedeutung für die Region hatte.






Klima


Bedingt durch die Harzrandlage werden mehrere Klimastufen berührt. Das Gebiet liegt im humiden Klimabereich in einer Übergangszone vom subatlantischen zum subkontinentalen mitteldeutschen Binnenklima. Die Klimastufen variieren entsprechend der Höhenlage zwischen feuchten höheren Berglagen am Auerberg mit etwa 800 mm Jahresniederschlagsmenge und trockenen unteren Berglagen im Süden des Gebietes mit ca. 500 mm im Harzvorland bei Bennungen und Wallhausen. Das stark bewegte Relief führt darüber hinaus zur Herausbildung kleinklimatischer Unterschiede, so in schroffen Tälern, auf Hochflächen, an wärmebegünstigten südexponierten Hängen, in Höhlen oder Karstspalten. Diese besonderen klimatischen Bedingungen sind neben den geologischen Gegebenheiten Ursache für die Herausbildung einer vielfältigen, teils sehr spezialisierten Flora und Fauna.