Forschung und Monitoring



Der Phänologische Garten in Roßla


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Anlage des Phänologischen Gartens

Im Hofgarten, einem etwa einen Hektar umfassenden Areal des Schlossgartens in Roßla, richtet die Verwaltung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz unter fachlicher Anleitung des Landesamts für Umweltschutz Sachsen-Anhalt und unter Beachtung der Belange des Denkmalschutzes gegenwärtig einen Phänologischen Garten ein.

Das Projekt vereint zwei unterschiedliche internationale Standards: Nach dem „Global Phenological Monitoring“ (GPM) werden weltweit 20 Stationen betrieben, während die „International Phenological Gardens of Europe“ (IPG) bereits mit 73 Stationen in 18 Ländern Europas vertreten sind. Erforderlich ist die Pflanzung von 16 Arten, darunter Obstgehölze, Ziersträucher und Schneeglöckchen. Die vorgesehenen Pflanzen sind durch vegetative Vermehrung in Muttergärten gewonnene Klone, die also genetisch identisch sind, und da weltweit in den Phänologischen Gärten genidentische Pflanzen verwendet werden, kann man den Einfluss der Umwelt auf Wachsen und Gedeihen an unterschiedlichen Standorten gut beurteilen. Die Phänologischen Gärten in Deutschland werden über die Humboldt-Universität Berlin koordiniert. In Sachsen-Anhalt gibt es bisher keine vergleichbare Einrichtung.

Die Phänologie ist eine Wissenschaft, die die im Jahresverlauf periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen bei Pflanzen und Tieren in Abhängigkeit von verschiedenen Umweltfaktoren untersucht. Phänologische Gärten dienen der Forschung und Umweltbeobachtung im regionalen und internationalen Maßstab. Sie haben praktische Bedeutung für die Klimatologie, die Land- und Forstwirtschaft, die Medizin und den Tourismus. Darüber hinaus können sie dazu dienen, im Rahmen der Umweltbildung Wissen über die Natur und über ökologische Zusammenhänge zu vermitteln.

Die Betreuung und Pflege des Phänologischen Gartens in Roßla und die nachhaltige Erfassung und Aufarbeitung der Daten leisten Mitarbeiter der Verwaltung des Biosphärenreservats.