Fauna



Die Tierwelt im Biosphärenreservat


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Hirschkäfer

Der Reichtum der Südharzer Karstlandschaft spiegelt sich auch in der Tierwelt wider. Das Biosphärenreservat ist Lebensraum für zahlreiche und teilweise sehr seltene Arten. Aufgrund der reichhaltigen Naturausstattung und der besonderen klimatischen Bedingungen gibt es hier verschiedene Lebensräume für ganz unterschiedliche Tierarten. Dies gilt besonders für Wärme liebende Insektenarten, von denen viele ihre Verbreitungsschwerpunkte in Süd- und Südwesteuropa haben. Von den gefährdeten Arten kommen hier beispielsweise der Hirschkäfer, der Schwalbenschwanz und die Gestreifte Quelljungfer vor.



39. Libellenart im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz nachgewiesen


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Männchen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) (Foto: Wikipedia)

Als 39. Libellenart für das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz wurde am 09.07.2013 am Bauerngraben die zu den Segellibellen gehörende Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) nachgewiesen.
Während einer Begehung in den späten Vormittagsstunden bei sonnigem Wetter und einer Temperatur von etwa 25°C konnten am Nordufer des momentan zu etwa 1/3 gefüllten episodischen Sees mindestens fünf der signalrot gefärbte Männchen beobachtet werden.
Die afrikanisch-mediterrane Art, die im Aussehen den roten Heidelibellen ähnlich ist, wanderte in den 1990-er Jahren nach Süddeutschland ein und hat aktuell viele Teile Mitteleuropas und auch Deutschlands als Lebensraum erobert. Vorkommen in der Goldenen Aue existieren bereits seit einigen Jahren, so beispielsweise an der Kiesgrube Katharinenrieth und den Kiesgruben bei Berga.
 
Harald Bock

 

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Siebenschläfer

Neben einer hohen Artenvielfalt ist auch die Bestandsdichte einiger Artengruppen hervorzuheben, die so an anderen Orten nicht mehr zu finden ist. So ist der Karst idealer Lebensraum für höhlenbewohnende Wirbeltiere wie Fledermäuse – allein 19 Arten – und Bilche. Auch die Wildkatze hat in den reich strukturierten Laubwäldern, Hecken und Feldgehölzen des Südharzes einen ihrer letzten Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland, während Wanderfalke, Uhu, Neuntöter, Sperbergrasmücke und Schwarzstorch stellvertretend für die hier vorkommende mannigfaltige Vogelwelt mit über 200 verschiedenen Arten stehen.

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Feuersalamander

Von der Existenz noch naturnaher unverbauter Fließgewässer zeugen die Fischarten Bachneunauge, Groppe und Schmerle; überdies wurden im Südharz dreizehn Lurcharten nachgewiesen, von denen acht auf der Roten Liste Sachsen-Anhalts stehen. Die zahlreichen Quellbereiche, Kleingewässer und Teiche sind Lebensräume für vier verschiedene Molcharten, unter denen der nach FFH-Richtlinie europaweit schützenswerte Kammmolch besonders bemerkenswert ist. Aber auch Erdkröten, seltene Geburtshelferkröten sowie verschiedene Froscharten sind hier zu finden, und selbst der Feuersalamander ist in den Wäldern des Südharzes noch häufig anzutreffen. Schließlich sind mit Blindschleiche, Zaun- und Waldeidechse, Glatt- und Ringelnatter und Kreuzotter auch zahlreiche Reptilienarten im Biosphärenreservat heimisch.